Früher gab es in den Ortschaften vier Respektspersonen: Arzt, Pfarrer, Lehrer und Bürgermeister waren einst die vier tragenden Säulen des Gemeindelebens.
Wer eines dieser Ämter innehatte, dem war das Ansehen sicher.

Mittlerweile ist der Lack aber ab.
Für Ärzte gibt es zu wenig Studienplätze und darüber hinaus denkt laut Marburger Bund jeder fünfte Klinikarzt (21 %) inzwischen über einen Berufswechsel nach.
Die katholische Kirche leidet „aus Gründen“ unter Priesterschwund: In den 1960er Jahren wurden jährlich über 500 Priester in Deutschland geweiht, 2020 waren es nur noch 56.
Der Informationsdienst des Instituts der deutschen Wirtschaft schreibt: Im Schuljahr 2025/2026 werden voraussichtlich 35.000 Lehrerinnen und Lehrer fehlen – fünf Jahre später sind es schon 68.000 und 2035/2036 sogar 76.000.
Und auch das Amt des Bürgermeisters leidet unter schwindendem Ansehen: Anfeindungen im Netz und familienunfreundliche Arbeitszeiten lassen die Bewerberzahl dahinschmelzen.

Gerade kleineren Städten und Gemeinden fällt es extrem schwer Bürgermeisterkandidaten zu gewinnen. Das badische Städtchen Schwanau hatte deshalb die Idee zu einer innovativen Stellenanzeige. Übers Radio! Das war der Inhalt der Stellenausschreibung in Form eines Werbespots im Comedy Stil, der mit theatralischer Musik untermalt war:

Über 7.000 Einwohner, die nach Ihrer Pfeife tanzen
oder zumindest immer nett grüßen, wenn Sie vorbeigehen.
Ladies und Gentlemen: Schwanau needs you.
Nicht einer, nicht zwei, nicht drei! Nein! Vier Ortsteile, die nach Ihrer Führung lechzen.
Mit Historie, Charakter und coolen Namen: Ottenheim – cool! Wittenweier – wow! Nonnenweier hui!– Allmannsweier – ohyeah!
Werden Sie Bürgermeisterin oder Bürgermeister von Schwanau – BITTE!!! (Das Bitte mit einem extrem verzweifelten Unterton).

Und tatsächlich. Vor der Kampagne gab es genau Null Bewerber, danach fühlten sich 11 Personen angesprochen und bewarben sich.

Wie bestellt – so geliefert! Wie gestalte ich kreative Stellenanzeigen?

Dann kam die Vorstellung der Kandidaten bei der Gemeinderatssitzung und lies die Gemeinderatsmitglieder mehr ratlos zurück.
Der SWR fing dazu folgende O-Töne ein: „Man kann dazu nur eins sagen: UFF! Also es ist: AHHH! Es fehlen einem die Worte.“
"Es sind zwei, drei Kandidaten, die einigermaßen reinpassen, der Rest ist halt..." (Schulterzucken).

Also kurz gesagt, die Begeisterung für die Kandidaten hielt sich in Grenzen.
Dennoch wurde gewählt und der Spitzenkandidat erhielt über 57% der Stimmen.
Leider steht er aber für das Amt aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung und wurde nur nicht rechtzeitig vom Wahlzettel entfernt. Am 14.08. gibt es erneut Wahlen und ich werde auf jeden Fall verfolgen, wie die „Sache“ ausgeht.

Was kannst du aus dieser wahren Geschichte für dein Recruiting lernen?

Aufmerksamkeit erregen ist eine Sache. Aber Aufmerksamkeit allein löst nicht das ursächliche Problem. Viele Unternehmen versuchen sich aktuell in Google, Facebook oder Instagram Ads.
Oft ist die Enttäuschung groß über die Bewerber, „die da kommen“.

Wie gestalte ich kreative Stellenanzeigen?

Ein aktuelles Beispiel ist ein Pflegedienst, der als Hauptaussage in seiner Instagram Job-Anzeige damit geworben hat, dass alle Mitarbeiter ganzjährig freien Eintritt ins örtliche Schwimmbad erhalten. Etliche Menschen sendeten ihm über die Anzeige ihre Kontaktdaten. Beim ersten Telefonat kam die Ernüchterung. Einige hatten in der kurzen Aufmerksamkeitsspanne nicht gemerkt, dass es eine Stellenanzeige ist und dachten, sie nehmen an einem Gewinnspiel teil. Andere konnten sich nicht mehr erinnern etwas angeklickt zu haben und andere wollten „nur mal hören“, hatten aber nicht wirklich Interesse am Job.

Mein Fazit für dich: Kreative Stellenanzeigen können funktionieren, wenn der Inhalt und die Aussage zur Zielgruppe passen. Wer Comedy ausstrahlt wird Komiker bekommen, wer ins Schwimmbad einlädt, kann schnell viel Geld (im Pool) versenken.

Ist Dir einer der folgenden Sätze in den vergangenen Tagen durch den Kopf gegangen?

  • Ich habe viel zu wenig Bewerber!
  • Mein Unternehmen ist vom Fachkräftemangel betroffen!
  • Wir sind zu klein und unbekannt, niemand bewirbt sich bei uns!
  • Die Bewerber haben zu hohe Gehaltsvorstellungen!
  • Wir verlieren Bewerber an andere Unternehmen, die mehr bieten als wir!
  • Neue Mitarbeiter einzuarbeiten dauert zu lange!
  • In unserer Branche / in unseren Berufen will niemand mehr arbeiten!

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